Dipl.-Ing. Avdi Jakupi

WOHNEN UND ARBEITEN AN INNERSTÄDISCHEN WASSERAGEN AM BEISPIEL BROMMYSTRASSE BERLIN – KREUZBERG

EINLEITUNG

„"Berlin ist aus dem Kahn gebaut"“

Seit dem historischen 9. November 1989 entdeckt Berlin die Qualitäten seiner Lage am Wasser. Die Stadt wendet sich den attraktiven Lagen Flüssen, Seen und Kanälen zu. Berlin wurde an einer Furt des Flusses Spree gegründet. Die Stadt wuchs entlang der Wasserwege. Man ließ zudem künstliche Kanäle anlegen, so dass die Stadt den Höhepunkt ihres Wachtsums Ende des 19. Jahrhunderts ein weiträumiges Netz aus Wasseradern und –Lagen umfasste.Tatsächlich liegen wichtige Wohn-, vor allem aber Industriegebiete enbenso wie Parks, Gärten und Kulturbauten direkt am Wasser. Es heißt „Berlin ist aus dem Kahn gebaut“Zugleich aber hatte Berlin in der Zeit der Industrialisierung  sein Bezug zum Wasser verloren. Die Industriebauten, Hafenanlagen oder Lagerflächen verhinderten diese attraktiven Lebensräume. Hinzu kam die Berlin für Jahrzehnte teilende Grenze, die in vielen Abschnitten entlang von Flüssen und Kanälen verlief.Erst seit November 1989  gewinnt die Stadt ihren Bezug zum Wasser zurück. Berlin hat jedoch die einmalige Chance, von den Erfahrungen vergleichbarer Städte zu profitieren und eine weitgehende sozialverträgliche und ökonomisch verantwortbare Expansion zu steuern. Eine soziale Durchmischung, die Verflechtung von Arbeiten, Wohnen und Leben und die Schaffung von Ausgleichflächen für eine Verbesserung von Stadtklima und Freiraumqualitäten müssen die Leitmotive einer zukunftorientierten Stadtentwicklungspolitik sein.Ziel ist dabei der Erhalt bzw. Wiederherstellung eine Mischung von Wohnen und Gewerbe. Bei hohem städtebaulichen Verdichtungsgrad soll gleichzeitig an Grün-, und Ausgleichflächen zur Verbesserung von Stadtklima Wohn-, bzw. Lebensqualität geschaffen werden.

 

 1.2 Motivation und Aufgabestellung

Durch die Teilung Berlins wurde die Spree – entgegen ihrer eigentlichen Bedeutung – zum städtischen Hinterland. Mit der Öffnung der Grenze und Fusion der beiden Bezirke Friedrichshain und Kreuzberg, ist  wieder in den Mittelpunkt städtebaulicher Überlegungen geraten. Es gilt nun, unterschiedliche Interessen gegeneinander abzuwägen und lange Zeit getrennte Stadträume wieder aufeinander beziehen und Probleme der Umnutzung von Wasserlagen bewältigt werden.Im Rahmen einer Studie der Senatsverwaltung für Berlin für Bauen, Wohnen und Verkehr zur „Wasserstadt Berlin“ [1] wurde ein Bebauungsvorschlag vorgelegt. In Anlehnung an diesen Vorschlag wird ein Nutzungskonzept für diesen Standort entwickelt. Eine Auseinandersetzung mit der Typologie der Berliner Mischung, und Schaffung eines Angebotes von Wohnen und Arbeiten im Multimediazeitalter, unter Berücksichtigung der Standortspezifischen Vorteile.

 Die vorliegende Entwurfsarbeit bezieht sich auf die ufernahe Bereich der Spree zwischen  nordwestlichen Teil Brommy Straße und südöstlichen Teil des Grundstücks der von gründerzeitlicher Bausubstanz geprägt ist. Sie untersucht die besonderen Bedingungen dieses Gebietes aus städtebaulicher, historischer und klimatischer Sicht und versucht die Umsetzung der Erkenntnisse in einen konkreten Beispiel vorzustellen.

Kapitel 1

Die Bedeutung der Spree für die Entwicklung Berlins

 Die eher bescheidene Erscheinung der Spree im Stadtbild steht im Gegensatz zu ihrer Bedeutung für die Stadt Berlin bereits bei der Gründung der damaligen Doppelstadt Cölln/Berlin war der verkehrsgünstigste Standort durch die Verbindung von Spree, Havel und Elbe ausschlaggebend.Im Zuge der deutschen Ostkolonisation ab dem 2. Jahrhundert war der Fluss ein idealer Ausgangpunkt für den Schiffsverkehr, der in eine erfolgreiche Konkurrenz zu den  großen Landverkehrstraßen trat. Berlin wurde zum Ausgangpunkt für die Versorgung der örtlichen Siedler. Deren Produkte – vorwiegend Getreide und Holz – wurden wiederum per Schiff und zu Land nach Berlin zurückgeführt. Berliner Kaufleute exportierten sie auf dem Wasserwege über Hamburg bis nach Flandern und brachten von dort fertige Waren wie beispielweise Tuche nach Berlin, das sich zu einer bedeutenden Fernhandelstadt entwickelte und Mitglied der Hanse wurde.Der die beiden Schwesterstädte verbindende Mühlendamm, der den Wasserweg blockierte und den Warenumschlag erforderte, sowie das „Niederlagerecht“, das fremde Kaufleute zwang, ihre Waren in der Stadt auszuladen und anzubieten, bevor sie  weiterziehen durften, begünstigte Handel, Lagerwesen und Markttätigkeit. Industrie siedelte sich an den Ufern der Spree an und verarbeitete die kolonialen Rohstoffe in von Siedlern benötigte Produkte weiter.Mit der Verbesserung der Schiffbarkeit von Elbe- und Oderoberläufen und damit verbundenen teilweisen Verlagerung des Handels auf die Ostseehäfen ging die Bedeutung Berlins zurück, bis ihm im 17. und 18. Jahrhundert direkte Verbindungskanäle zwischen Oder, Spree und Elbe wieder zu neuer Attraktivität verhalfen.Der Handel über Berlin bot wieder den Vorteil der direkten Verbindung zur Nordsee und vor allem einer ganzjährigen, problemlosen Schiffbarkeit. Die große Bedeutung der Berliner Schiffsfahrtstraßen blieb bis ins 19. und 20. Jahrhundert bestehen und machte Berlin zum zweitgrößten Binnenhafen Europas.

 

 2.1 Entwicklung des Ufergebietes

2.1.1 Das Stralauer Ufer

Das rechte Spreeufer vom Oberbaum aufwärts gehörte zur "Stra­lauer Vorstadt" der Zwillingsstadt Berlin/Cölln und war bis 1680 fast unbebaut. Die Mühlenstraße führte von alters her entlang der Spree bis zum Fischerdorf Stralau am Rummelsburger See. Sie erhielt ihren Namen durch eine Reihe von Windmühlen, die Ende des 17. Jahrhunderts am Ufer errichtet wurden. Ergänzt durch eine Reihe von Wirtschaftsgebäuden entwickelte sich daraus später die Gottholdsche Meierei.Im anschließenden Bereich der Holzmarktstraße befanden sich große Holzstapelplätze und -märkte. Hier entwickelte sich - neben der Luisenstadt - der Standort des für Berlin bedeutenden holzver­arbeitenden Gewerbes.Nach der Aufgabe des Berliner Festungsgürtels, dessen Gräben das Wasser der Spree speiste, ließ Friedrich Wilhelm I 1734-36 eine neue Zollmauer entlang der heutigen U-Bahnlinie l errichten, die mit 15 Toren auch die Vorstädte umschloss. Am Anfang der Mühlenstraße befand sich das Mühlentor, neben das auch die Zoll­schranke auf der Spree verlegt wurde. Sie bestand aus einer hölzer­nen Jochbrücke mit darunterliegender Sperrpalisade, dem Ober­baum. Im Bereich der neuen Mauer begann jedoch zunächst nur eine zögernde Besiedlung mit Gärtnereien, Scheunen und kleinen Gewerbebetrieben.Nördlich der Mühlenstraße befanden sich eine Anzahl langge­streckter Gärten (Kaffeegärten etc.), die z. T. mit kleinen Wohn - und Wirtschaftsgebäuden an die Straße grenzten. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Königlich Niederschlesische Märkische Eisenbahnhof (später Schlesischer Bahnhof bzw. Ostbahnhof) er­richtet, der die Gärten verdrängte und bis zur Jahrhundertwende mit seinen Gleisanlagen und Güterumschlagsgebäuden bis an die Mühlenstraße heranwuchs.Auf dem Uferstreifen an der Spree wurden schon Anfang des 19. Jahrhunderts in Ergänzung der Stapelplätze die ersten Lager­häuser erbaut. Ihnen folgten im Zuge der Industrialisierung eine Reihe von Fabriken (z. B. Kattundruckereien) und Gewerbebetrie­be, denen der Fluß als Abwasserkanal und Verkehrsweg von Nutzen war. Erst 1913 wurde der östlich der Oberbaumbrücke gelegene Osthafen als einer von zwei Berliner Zentralhäfen fertiggestellt. Er führte zu einer weiteren Intensivierung des regen Warenumschlags ­und Lagerwesens in diesem Gebiet.Neben der Oberbaumbrücke, die 1895/96 anstelle der hölzer­nen Jochbrücke entstand, und der Schillingbrücke, die ebenfalls eine hölzerne Klappbrücke ersetzte, verband die Brommybrücke beide Spreeufer miteinander. Sie wurde erst Anfang dieses Jahr­hunderts erbaut. Zuvor hatte hier eine 1880 errichtete Drehbrücke (mit hölzernem Fußgängersteg) für die damalige Verbindungsbahn zwischen dem Görlitzer und dem Schlesischen Bahnhof gesta

2.1.2    Die Köpenicker Vorstadt

Die Entwicklung des südlichen Spreeuferbereichs verlief im wesent­lichen parallel zu der des Stralauer Ufers. Entlang der Köpenicker Landstraße befanden sich Holzstapelplätze und ausgedehnte Gärten mit Wirtschaftsgebäuden und Scheunen, die erst relativ spät einer Bebauung weichen mußten. Dies waren zunächst die großflächi­gen Gebäudekomplexe der Pfuhl'schen Regiments-Kaserne, denen eine Reihe von militärischen Versorgungsgebäuden wie Proviantsamt, Garnisonsbäckerei und sogar eine Badeanstalt folgten.Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte im Zuge der Industrialisierung eine verstärkte Besiedlung des sogenann­ten Köpenicker Feldes ein. Unter dem Druck von steigenden Bevölkerungszahlen und Bodenspekulation entstand eine lebhafte Mischung von Wohnen, Handel und kleinen Handwerksbetrieben bis hin zu Fabriken. Mit zunehmender Verdichtung der Bebauung entwickelten sich auch die berüchtigten Mietskasernen.Die Blockbebauung mit ihren Gewerbebetrieben und Stock­werksfabriken erstreckte sich z. T. bis an das Ufer der Spree. Größere Flächen im Bereich der Kasernen und der ehemaligen Sta­pelplätze waren jedoch nur mit größeren Einzelgebäuden besetzt, die Lagerzwecken und dem Warenumschlag auf der Spree dienten.

 

 2.1.3    Der Einfluß des Mauerbaus bis zur Grenzöffnung 1989

2.1.3.1    Entwicklung in Kreuzberg

Mit dem Bau der Mauer begann der wirtschaftliche Niedergang Kreuzbergs, das zu erheblichen Teilen von einer Ost-West-Pendel­bewegung lebte (über die Oberbaumbrücke kamen damals täglich 40.000 Menschen nach Kreuzberg). Der Stadtteil war abrupt vom Zentrum in eine Stadtrandlage gerutscht. Er war zur Hälfte von der Mauer umschlossen und von seinen wichtigsten Bezugsgebieten wie der alten Innenstadt auf der anderen Spreeseite und dem nahen Treptow mit seinen Grünflächen abgeschnitten.Die Westberliner Baupolitik konzentrierte sich zudem mehr auf den Wiederaufbau der westlichen Innenstadt und dem Bau von Trabantensiedlungen an der Peripherie. Gründerzeitquartiere in Kreuzberg mit ihren Mischungen von Wohnen und Gewerbe und der verdichteten Blockbebauung galten als städtebaulicher Miß­stand. Bis Ende der 70er Jahre war Kreuzberg gezeichnet durch Verwahrlosung, Spekulantentum und soziale Spannungen.Eine Wende in der Stadtentwicklungspolitik konnte vor allem mit Hilfe der Internationalen Bauausstellung herbeigeführt wer­den. Durch "Behutsame Stadterneuerung1' konnten Modernisierun­gen ohne Verdrängungsprozesse sowie sozialverträgliche Neubauten eine erhebliche Verbesserung des Wohnumfeldes erzielt werden.

2.1.3.2    Entwicklung in Friedrichshain

Ebenso wie Kreuzberg gelangt Friedrichshain durch den Mauerbau im August 1961 in eine Stadtrandlage. Wie in anderen Ostberli­ner Stadtteilen wurde auch hier eine Sanierung der Altbausubstanz zugunsten anderer städtebaulicher Ziele vernachlässigt.Für die sozialistische Stadtentwicklungspolitik stand der reprä­sentative Um- und Ausbau der Innenstadt im Vordergrund. Der wachsenden Einwohnerzahl sollte in den Außenräumen der Stadt und im stadtnahen Umland Platz geschaffen werden. Ein Verstädt­erungsprozeß in den Außenbezirken Ostberlins führte seit den 70er Jahren zu einer Verschiebung des Bevölkerungsschwerpunktes weg von der Innenstadt. Hierunter litt auch Friedrichshain, dessen Ein­wohnerzahl stetig abnahm.In den 80er Jahren, als sich herausstellte, daß eine ausreichende Wohnraumversorgung mit Hilfe von Wohnungsneubau nicht erreicht werden konnte, begann man verstärkt mit Altbausanierung. Der Verfall der Altbausubstanz war jedoch soweit fortgeschritten, dass die Modernisierung nicht mehr Schritt halten konnte. Deshalb begann man Ende der 80er Jahre mit Flächenabrissen und der Errichtung von industriellen Ersatzneubauten. Die Wohnqualität besonders in den  Grenzrandlagen Friedrichshains konnte jedoch nicht wesentlich verbessert werden.

Kapitel 3 

Städtebauliche Analyse

en­straße und der Spree, diente bis 1989 als Grenzstreifen zum südlich der Spree beginnenden Kreuzberg. Um ein freies Schußfeld zu gewährleisten, wurden alle Gebäude bis auf ein Lagerhaus an der Oberbaumbrücke und einige Gewerbebauten am Stralauer Platz abgetragen. Das Ufer präsentiert sich daher im wesentlichen als Brachfläche, die durch die noch vorhandene Mauer zur Mühlen­straße abgeschirmt ist.Nördlich der Mühlenstraße schließt sich das Gelände des Ostbahnhofs an. das den Stadtraum dominiert. Es besteht vorrangig aus großflächigen Gleisanlagen und Lagerplätzen, die nur z. T. dem Bahnbetrieb dienen. Einige Bereiche liegen brach, andere sind mit größtenteils aus der Vorkriegszeit stammenden Lager- und Verlade­gebäuden belegt (Dreieck Mühlenstraße/Warschauer Straße), deren Nutzung nicht eindeutig zu bestimmen ist. Warenumschlagsfunk­tionen sind noch vorhanden, einige Bereiche sind jedoch mit mehr oder weniger zufälligen Gewerbenutzungen nur z. T. ausgefüllt.Der ehemalige Rummelsburger Platz ist nur noch an seiner Nordflanke mit meist bahnbezogenen Gewerbebauten gefasst. Durch den Ausbau der Mühlenstraße hat er seine ursprüngliche, recht­eckige Form verloren und stellt sich nunmehr als räumlich Undefi­nierte Brachfläche im Straßenraum dar.Ein ähnlich unstrukturiertes Bild vermittelt der ehemals dicht bebaute Bereich des Stralauer Platzes. Die ursprüngliche Blockstruktur ist nur noch an den verbliebenen Straßenflächen zu erken­nen. Der Platz ist zwar zur Spree durch geschlossene, z. T, denkmalgeschützte Gewerbebebauung gefaßt, geht jedoch nach Norden in große Brachflächen vor dem Gebäude des Ostbahnhofs über. Dieser war erst kürzlich mit einer repräsentativen Empfangshalle zum Hauptbahnhof der "Hauptstadt der DDR" ausgebaut wor­den. Der verkehrsgünstig gelegene neue Eingangsbereich allein konnte jedoch kein städtisches Leben in den als Grenzgebiet bis­her stiefmütterlich behandelten Vorplatz bringen. Er dient heute vorrangig als PKW-Abstellfläche, während der Nebeneingang des Bahnhofs an der Erich –Steinfurth -Straße im Zusammenhang mit dem nahen Centrum -Warenhaus die eigentliche quartierszentrale Funktion übernimmt.

Das eigentliche Stralauer Ufer, das Gelände zwischen der Mühl

3.2.2     Südlicher Spreeuferbereich (Kreuzberg)

 

Der Geländestreifen zwischen der Spree und der Köpenicker Straße ist wesentlich breiter als das Stralauer Ufer. Er wies bis zum Krieg eine ähnliche Nutzungsstruktur auf, die sich z. T. bis heute erhalten hat. Im Südosten prägt noch eine dichte Blockbebauung, die bis an die Spree heranreicht, das Stadtbild. Sie dient vorwiegend ei­ner Wohnnutzung, doch auch produzierendes Gewerbe, Handel und Dienstleistungsbetriebe sind hier noch ansässig (alte Kreuzberger Mischung).Der nordwestliche Teil der Köpenicker Straße weist größere bau­liche Lücken auf. Die Baublöcke sind hier nur noch fragmentarisch erhalten und teilweise durch neue Wohnbauten in Zellenbauweise ersetzt worden. Auf den Freiflächen haben sich verschiedene Ge­werbebetriebe angesiedelt, die zu einer recht uneinheitlichen Bau­struktur beitragen.Am Ufer der Spree hattensichehemals eine Reihe großer Spei­chergebäude und alte Kasernenanlagen befunden. Sie sind heute nur noch teilweise erhalten (Viktoriaspeicher, Garnisonsbäckerei) und nicht vollständig genutzt. Große Flächen dienen als Lager­plätze oder sind mit flächenintensiven, niedrigen Gewerbebauten belegt, die den Eindruck eines Vorstadtgewerbegebietes vermitteln.

Der angrenzende ehemalige Luisenstädtische Kanal, der schon in den 30er Jahren für den Bau der U-Bahn zugeschüttet worden war, bildete bis 1989 den Todesstreifen. Eine weitere Grenze an der Lohmühleninsel bewirkte eine dreiseitige Umschließung und Isola­tion des Kreuzberger Spreeuferbereichs mit entsprechender Auswir­kung auf dessen Wiederaufbau und Entwicklung.

 

 Kapitel  4

Städtebauliche Zielvorstellung

Der Spreeraum selbst soll  quartiersbildende Funktion übernehmen und so die bisher vernachlässigten Grenzgebiete neu orientieren. Die gegenüberliegenden, ehemals isolierten Uferbereiche werden über Brücken, Sichtbeziehungen und beidseitige und Zugängen zur Wasser verknüpft.

Die Neubauten orientieren sich direkt an der Spree und führen mal bis ans Wasser und mal sind sie zurückgelegen mit ein streifen intensiven Grünfläche. Diese Wechsel soll Rhythmus und Spannung erzeugen und die Heterogenität des Stadtraumes unterstreichen. Die vorhandene Straßenachsen führen bis ans Wasser aber nicht für den Autoverkehr. Dazu kommen noch Fußgängerwege die immer zwischen den Bauten zu Wasser führen. Entlang des Wassers werden verschiedene Stege und Anlegemöglichkeit errichtet, um eventuell in Ergänzung des öffentlichen Nahverkehrs – zu begünstigen.

Für die Neubebauung übernehme ich die Blockrandbebauung übernommen aber sehr aufgelockert in Zeilen- und Punktbau. Es entstehen jeweils an alle drei Blöcke unterschiedliche Räume. Die Gebäuden zur Köpenicker Straße versperren den Verkehrslärm aber immer wieder Sichtachsen zur Wasser. Dadurch entstehen öffentliche-,  Halböffentliche-, und Private Räume.

 4.1 Bauten für Wohnen, Handel und Gewerbe an der Spree

Für die Neubebauung  habe ich mich an der Funktion der Gründerbauten die entlang des Wassers führen orientiert. Die Nutzung der Gründerbauten war zur Straße war Wohnen, im nächsten Hinterhaus, Seitenhaus war Wohnen und Arbeiten und ganz hinten zur Wasser waren die Werkstätte. Ich habe die Form der alten Gewerbehöfen übernommen und umgekehrt definiert. Zur Straße entstehen Büros, dann kommen die Gebäude wo man wohnen und Arbeiten kann und zur Wasser nur Wohnen. Vereinigung der Funktion Arbeiten, Wohnen und Freizeit in einer baulichen Einheit.

 Das Gebäude die zur Brommy Straße liegt entstehen 38 Wohnungen mit einer Größe bis 130 m² wo man Wohnen und Arbeiten kann. Die vertikale Erschließung erfolgt durch zwei Treppenhäuser mit Aufzügen und horizontale durch Laubengänge.

 Die Wohnungen erstrecken sich bis zur drei Ebene. Es entstehen offene, mit transparenten oder halbhohen gegliederte Räumlichkeiten, Sichtbeziehungen, Blickbeziehungen und wirken großzügiger. Zu dem sind flexibler in der Nutzung. Man kann in einer Ebene Arbeiten, nächsten Wohnen und Schlafen ohne die Wohnung mit Trennwände zu versehen

[1] „Wasserstadt Berlin“ Hrsg. Senatsverwaltung für Bauen, Wohnen und Verkehr. 1999

 

 Städtebau

 

Städtebau

 

Südfassade


Nordfassade

3.1     Stadträumliche    Einbindung    des Planungsgebietes

Die städtebaulichen Überlegungen umfassen die ufernahen Bereiche der Spree zwischen der Oberbaumbrücke und der Schillingbrücke. Das Gebiet befindet sich noch innerhalb der ehemaligen Zollmauer von 1736 und muß nicht zuletzt aus diesem Grund der Innenstadt zugeordnet werden. Bis 1990 bildete die Spree hier die innerstädti­sche Grenze zwischen der Bundesrepublik und der "DDR". Heute markiert sie den Grenzverlauf zwischen zwei Berliner Stadtteilen, den Bezirken Friedrichshain im Norden und Kreuzberg im Süden.Nach 30-jährigem "Mauerblümchen" -Dasein als Stadtrandge­biete, rücken die Spreeuferbereiche nun wieder in eine zentrale Verkehrsträger sind sie jedoch nicht in ausreichender Weise an benachbarte Quar­tiere angebunden und ihnen zugeordnet. Fehlende quartiersbil­dende Elemente und die desolate, wenig definierte Bau- und Nut­zungsstruktur behindern andererseits die Bildung einer eigenen stadträumlichen Einheit.

3.2   Nutzungsstrukturen, Baustruktu­ren  und raumbildende Elemente

 3.2.1 Nördlicher Spreeuferbereich      (Friedrichshain)    

 


       


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